Physikalische Adressierung

CompactPCI Serial

22 Digital-KompenDium // CompaCtpCI SerIal CompactPCI Serial: Implementierungsreihenfolge der Schnittstellen Physikalische Adressierung Die meisten modularen Computer unterstützen physikalische Adressierung. Für CompactPCI Serial ist diese besonders wichtig. ELEKTRONIKPRAXIS Kompendium CompactpCI Serial November 2013 Moderne serielle Busse, wie SATA, PCI Express oder Ethernet unterstützen alle automatische Konfigurationsmechanismen, um die Installation neuer Hardware zu vereinfachen. Schließt man beispielsweise per SATA eine Festplatte an einen Rechner an, so wird dieses Laufwerk automatisch erkannt und kann ohne weitere Konfiguration benutzt werden. Dieser Vorteil birgt aber auch Tücken, man denke nur an eine Festplatten-RAID-Konfiguration. So muss man im Fehlerfall das richtige Laufwerk finden und tauschen. Auch bei USB-Geräten ist dies ein bekanntes Problem. Steckt man zwei USB-Sticks an einen Computer an, so weiß man nicht, welcher Stick wo angesprochen wird. Physikalische Adressierung ist deshalb für modulare Computer-Peripherie erforderlich. Bei CompactPCI Serial wurde auch das berücksichtigt. Der System-Slot wird mit einem besonderen Signal (SYSEN) erkannt, benötigt also keine zusätzliche Adressinformation. Auch wenn es im Basisstandard nicht ausdrücklich beschrieben ist, kann man die acht Peripherie-Slots natürlich mit geeigneten Bridges erweitern. Da ein 19-Zoll-Baugruppenträger maximal 21 Steckplätze aufnehmen kann, sind vier Leitungen GA3:0 für die geografische Adressierung vorgesehen, um diese Steckplätze zu unterscheiden. Je nach Backplane-Position werden diese Leitungen an der Rückwand offen gelassen, hart mit Ground (GND) verbunden oder mit einem 1-kOhm-Widerstand mit Ground verbunden sein. So ergeben sich 24 verschiedene Kombinationen. Um die Kompatibilität verschiedener Hersteller zu gewährleisten, schreibt die CompactPCI Serial-Spezifikation vor, mit welcher Reihenfolge Schnittstellen wie SATA am System-Slot zu implementieren sind, wenn nicht alle acht davon unterstützt werden können. Kann eine CPU-Karte beispielsweise nur zwei SATA-Kanäle unterstützen, sollen dies die Kanäle SATA 7 und 8 sein (SATA 1 bis 6 werden dann nicht unterstützt). Die Basis-Spezifikation schreibt vor, dass bei Nutzung von nur zwei SATA-Kanälen die Slots 7 und 8 ganz rechts im System implementiert sein sollen. (S. Implementierungsreihenfolge im Bild unten.) RAID-Controller erwarten das erste Laufwerk auf Adresse 0. Deshalb wird der Slot ganz rechts im System mit der Kennung 0 versehen (d. h. alle vier Adressleitungen GA3:0 sind mit GND verbunden). Der Steckplatz links daneben wird dann entsprechend mit der Kennung 1 versehen usw. Die physikalische Adressierung von CompactPCI Serial ist kompatibel zu Standards wie dem SFF-8485 (SGPIO) für Festplatten- RAIDs.


CompactPCI Serial
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